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I AM NERD
Conan der Cimmerier - Die Königin der schwarzen Küste

Die Königin der schwarzen Küste

Splitter Verlag 20.11.2018
Gelesen 4,0
PREIS
15,80 €
SEITEN
64
FORMAT
Hardcover
SPRACHE
Deutsch
ISBN-13
978-3-96219-202-0
Beschreibung

Vom Barbaren zum Piraten ist es nur ein kleiner Schritt. Conan gerät in die Fänge von grausamen Flusspiraten unter der Führung von Bêlit, der mysteriösen Königin der schwarzen Küste. Nachdem er den Angriff einer gigantischen Schlange abwehren konnte, verliebt Bêlit sich unsterblich in den cimmerischen Barbaren, und zusammen machen sie sich auf die Jagd nach einem sagenumwobenen Schatz...

Conan ist zurück. Wilder. Stärker. Schöner. Mächtiger als je zuvor. Seit Jahrzehnten betreibt der Barbar aus Cimmerien sein blutiges Handwerk in Comics aus den Häusern Marvel und Dark Horse. Aber diese Adaptionen der Novellen von Robert E. Howard sind aus einem anderen Holz geschnitzt: Die besten Szenaristen und Zeichner Frankreichs haben sich zusammengefunden, um dem Gott von Sword & Sorcery Tribut zu zollen. Legendäre Geschichten, bearbeitet von Größen wie Morvan (»Herkules«) und Alary (»Silas Corey«) und Gabella/Jean (»Das Einhorn«). So offenbaren sich frische Perspektiven auf Conan und seine gefährliche Welt und die klassischen Werke erstrahlen in neuem Glanz.

Jeder Band umfasst eine abgeschlossene Geschichte, basierend auf einem Originalwerk von »Conan«-Schöpfer Robert E. Howard, und beinhaltet umfangreiches Bonusmaterial zur Entstehung des Mythos »Conan« und der Comic-Adaptionen.

Kreative
AUTOR Jean-David Morvan, Robert E. Howard ZEICHNER Pierre Alary UEBERSETZER Harald Sachse

Rezension

02.09.2026
4,0 Testosterooooon!!

Im Splitter Verlag sind inzwischen einige Bände einer neuen Conan Reihe entstanden, in denen es um die Aufbereitung der Originalen Robert E. Howard Kurzgeschichten zum beliebten Barbaren geht. Insgesamt sind 16 Bände für diese Konzeptreihe geplant, in denen jeweils eine Kurzgeschichte von einem anderen Team aus Autor und Zeichner umgesetzt wird.

Conan steht in Argos vor Gericht, kann aber dank seines Kampfgeschickes fliehen und trifft nach einem waghalsigen Sprung ins Meer auf ein Schiff dessen Kapitän den grobschlächtigen Barbaren aufnimmt, unter der Prämisse, dass er das Schiff beschützt, denn er hat kein Geld, um die Fahrt zu bezahlen. Jedoch steht die Crew bald einem übermächtigen Feind gegenüber, nämlich Bêlit, der selbsternannten Königin der schwarzen Küste, die das Schiff kurzerhand angreift und beim Kampf auf Conan trifft. Der ungestüme Kämpfer beeindruckt sie und sie setzen die Reise gemeinsam fort.

Jean-David Morvan hat die Geschichte von Conan, dem Cimmerier schön inszeniert, auch wenn ich leider nicht genau sagen kann, wie sehr er sich an die Vorlage gehalten hat. Allerdings macht das Ganze schon Lust, mal Robert E. Howards Kurzgeschichten zu lesen. Außerdem merkt man gerade bei diesem ersten Band schon an der ein oder anderen Stelle, dass es sich um eine Geschichte aus dem frühen 20. Jahrhundert handelt, genauer gesagt aus den 30er Jahren, denn obwohl man mit Bêlit einen wirklich starken weiblichen Charakter hat, verhält sie sich nicht so, wie man es heutzutage vermutlich darstellen würde, denn natürlich verfällt sie Conan sofort, weil er anders ist, als die Männer, die sie bisher getroffen hat. Klar, man findet immer im Kampf die große Liebe. Ansonsten zeigt sich in Band 1 (auf die Nummerierung wird später übrigens verzichtet, da die Geschichten alle unabhängig voneinander sind und in beliebiger Reihenfolge publiziert werden) eine actionreiche Fantasystory, mit blutigen Kämpfen, einem Hauch Erotik und natürlich mystischen und gefährlichen Ungeheuern.

Die Zeichnungen von Pierre Alary zeigen einen anderen Conan, als man ihn aus den Filmen mit Arnold Schwarzenegger kennt, der dort eher einem Bild von Frank Frazetta oder Boris Vallejo entsprungen sein könnte. Alarys Version ist jedoch grobschlächtig mit wettergegerbtem Gesicht, Bartstoppeln und mehr Kleidung als gewohnt. Also ganz und gar nicht das typische Barbarenbild, das in den 70ern und 80er so geprägt wurde. Man nimmt den Figuren jedoch ihre Grausamkeit und den Kampfgeist jederzeit ab. Bei der Bildführung bricht Alary an vielen Stellen die comictypische Panelführung auf und vermischt diese zu ganzen Seiten oder gar Doppelseiten, lässt dabei aber nie eine verfolgbare Struktur vermissen, sodass man der Geschichte an jeder Stelle gut verfolgen kann und nicht verwirrt zurückbleibt. Auch Sedyas leistet eine sehr gute Farbarbeit im Album.

Fazit

Im ersten Band, Die Königin der schwarzen Küste, spürt man den steigenden Testosteronspiegel auf jeder Seite. Natürlich handelt es sich hier um echte Pulpliteratur mit durchaus sichtbaren Schwächen, die heutzutage auch auf Kritik stoßen dürften, aber Conan bietet auch verdammt kurzweilige Unterhaltung. Trotz der Tatsache, dass sie Conan sofort verfällt, ist Bêlit durchaus auch eine starke Frau, schließlich wird sie in der ganzen Gegend gefürchtet und hat eine Gruppe Wilder unter sich vereinen können. Aber schon hier merkt man, dass die Welt des Cimmeriers deutlich diverser ist, als man es von den alten Filmen her kennt. Die Neuauflage mit Jason Momoa geht da schon eher in diese Richtung, die auch die Hardcoveralben beim Splitter Verlag einschlagen. Auf 64 Seiten bekommt man jedenfalls eine gute Fantasygeschichte geboten, inklusive Infos zur Entstehung von Robert E. Howards Werk und der Umsetzung durch Jean-David Morvan und Pierre Alary. Band 1 kostet dabei 15,80 Euro, die für die typische Splitter-Qualität gut angelegt sind.