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Comicvorstellung: Mechanica Caelestium von Schreiber & Leser (Video)

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© Schreiber & Leser / Merwan

In diesem Video gibt es mal etwas aus dem Schreiber & Leser Verlag aus Hamburg, nämlich Mechanica Caelestium von Merwan, den ich mir nach positiven Kritiken auch endlich mal geholt und gelesen habe. Ob meine Kritik dazu ebenfalls positiv ausfällt, seht ihr, wenn ihr dranbleibt.

Die beiden Jugendlichen Aster und Wallis leben im Jahr 2068 nach einer vermutlich atomaren Katastrophe in der ländlichen Siedlung Pan und schlagen sich mit Streifzügen durch die verwüsteten Gebiete durch, bei denen sie alles einsammeln, was irgendwie von Wert sein könnte, um es gegen Essensrationen einzutauschen. Aster hat es dabei nicht leicht, da sie eine sogenannte No-Pan ist, jemand der nicht in Pan geboren wurde und damit kein offizieller Bürger ist. Quasi eine Art Staatsbürgerschaft in kleinem Rahmen. Auf einem ihrer Streifzüge tauchen plötzlich hochmoderne Drohnen auf und wie sich herausstellt, sind sie die Vorboten für die Ankunft von Botschafter Mulles aus der technologisch weit fortgeschrittenen Republik Fortuna, der den überraschten Bewohnern von Pan diesen Fortschritt und außerdem Schutz vor Piraten anbietet. Allerdings verlangt er im Gegenzug 25 % der Reisernte des Dorfes. Da Pan sowieso schon kaum mit der Produktion den Bedarf decken kann und deshalb alles strengstens rationiert wird, stellt das natürlich eine unmögliche Forderung dar. Durch einen Zufall stoßen sie auf die Möglichkeit, ein Urteil durch die Mechanica Caelestium herbeizuführen und so der Abgabe zu entkommen. Das Problem ist: Sie haben keine Ahnung was das überhaupt ist.

Zum Glück taucht in diesem Moment Juba auf, der verschollen geglaubte Sohn von Dorfchef Eddy und Wallis’ Bruder. Er hat einige Zeit in Fortuna gelebt und weiß, was die Mechanica Caelestium ist. Es handelt sich um eine Art Völkerball Spiel, bei dem zwei Mannschaften gegeneinander antreten und sich auf verschiedenen Spielgeländen gegenseitig mit Bällen abwerfen. Juba stellt eine Mannschaft zusammen und so treten er, Wallis, Aster und weitere Dorfbewohner die Reise an, um ihre Reisvorräte zu verteidigen.

Merwan hat die Geschichte sowohl geschrieben, als auch zeichnerisch umgesetzt. Er hat mit Mechanica Caelestium ein postapokalyptisches Sportspektakel geschaffen mit einer ganz typischen Underdog Story, von der unerfahrenen, schwachen Mannschaft, die für ein großes Ziel gegen einen überlegenen Gegner kämpft und dabei mit allerlei Problemen zu kämpfen hat. Das Szenario mit den unterschiedlichen Gebieten, erinnert durchaus ein wenig an die Tribute von Panem, jedoch weniger brutal, was die Mischung mit der Komödie Dodge Ball mit sich bringt. Bei aller endzeitlichen Ausrichtung, bleibt es jedoch unblutig und wir haben hier vom Prinzip her einen Sportcomic vor uns. Die Regeln der Mechanica Caelestium sollte an sich auch jeder aus dem Sportunterricht aus der Schule kennen. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an, mit jeweils 6 Spielern und man versucht den Gegner mit Bällen abzuwerfen. Wird man getroffen und der Ball fällt dann zu Boden, ist man raus. Ein Schicksal, das mich als Sportskanone vor dem Herrn in der Regel schnell ereilt hat. Fängt man den Ball, kann man zurückwerfen und wehrt man ihn mit einem eigenen Ball ab, geht es normal weiter. Ungewöhnlicher sind hier nur die Spielfelder. Was mit einem normalen Feld beginnt, artet dann durch lustige Regelauslegungen seitens Fortuna immer weiter aus, sodass man am Ende fast von einem Häuserkampf sprechen kann. Das bringt durchaus Abwechslung rein und sorgt für mehr Spannung.

Die Zeichnungen, die ebenfalls von Merwan stammen, geben ein schön endzeitliches Bild ab. Die Linienführung ist nicht zu sauber und damit zu clean für die Post Apokalypse, sondern verzichtet da, wo es nicht unbedingt nötig ist, auch mal darauf, zu detailliert zu werden. Genauso sind die Protagonisten auch eher überzeichnet als extrem realistisch, was dem Ganzen noch einen verspielteren, jugendlicheren Touch gibt. An einigen Stellen haben mich das Aussehen und die Posen der Charaktere immer wieder mal an die Werke von Katsuhiro Otomo erinnert, der unter anderem für den epischen Manga Akira bekannt ist. Und den habe ich früher wirklich gesuchtet und verschlungen. Das wird besonders bei den Figuren aus Fortuna deutlich, aber man sieht die Einflüsse des Mangaka auch an vielen anderen Stellen.

Die Farben sehen nach echter Handarbeit mit Tusche oder Wasserfarben und Pinsel aus. Alles etwas gedeckter, schmuddeliger und keine knalligen Farben. In jeder Hinsicht passend zu Thema und Stimmung. Mir hat der Look jedenfalls sehr gut gefallen, auch wenn ich bei einem frankobelgischen Comic eher nicht mit Mangaeinflüssen gerechnet hätte.

Insgesamt hat Mechanica Caelestium sehr viel Spaß gemacht. Mit frischen, jugendlich aufsässigen Figuren wie Aster und ihrem etwas schüchterneren Freund Wallis, der zunächst hinter seinem älteren Bruder Juba zurückstehen muss, hat Merwan ein paar flotte Protagonisten für seine Underdog Geschichte, wo die verstoßene No-Pan plötzlich doch wichtig wird und es reichlich Eifersüchteleien und Intrigen gibt. Der Anführer der Republik Fortuna ist so ein typisch fieser Jugendserienbösewicht, der keine fiesen Tricks scheut, um an sein Ziel zu kommen. Von der zunächst angedrohten Waffengewalt ist dann nämlich nicht viel zu sehen. Deshalb würde ich trotz des Wahlspruches vom Schreiber & Leser Verlag „Feine Comics für Erwachsene“ durchaus ein jüngeres Publikum für diese schöne Grafiknovelle in Betracht ziehen. Ich meine, das Team Fortuna hat später „Waffen“, aber die verschießen auch nur die Bälle. Und davon ab wärmen Underdog Geschichten einem doch immer irgendwie das Herz. Wer fiebert nicht mit, wenn das gnadenlos unterlegene Anfängerteam es dem hochgezüchteten Eliteteam zeigt. Das hat bei „Die Bären sind los“ mit Baseball in den 70ern funktioniert, in den 90ern mit den „Mighty Ducks“ beim Eishockey und nicht zuletzt mit Dodgeball. Merwan bedient sich des gleichen Prinzips. Schwache Mannschaft steht vor einer großen Herausforderung, es kommt ein super Spieler hinzu, der zunächst alles im Alleingang versucht, aber dann wächst das Team zusammen. Ein Thema, das niemals alt wird und auch hier funktioniert es wieder hervorragend. Das Ganze dann noch in eine post apokalyptische Welt zu versetzen gibt der Geschichte auch noch einen frischen Touch, ganz ohne Mord und Totschlag, wie in anderen Dystopien der letzten Jahre.

Mit 208 Seiten im Hardcover mit einem schicken Gewebeband bei der Bindung und am Buchrücken, auf dem ein schlichter weißer Print aus Titel und Verlagslogo zu sehen ist, macht Mechanica Caelestium auch optisch und haptisch etwas her. Da sind 32,80 Euro in jedem Fall angebracht. Und es macht auch genauso viel Spaß.

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Meine Ausbeute vom Gratis Comic Tag 2020 – Teil 1 (Video)

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Am 05.09.2020 war wieder Gratis Comic Tag und ich war natürlich auch in dem ein oder anderen Comicshop unterwegs und habe mir ein paar der begehrten kostenlosen Comics gesichert. Das waren teilweise komplette Comics, unveröffentlichte Geschichten oder Ausschnitte aus Comicreihen, egal ob Comic, Graphic Novel oder Manga, es war für jeden Geschmack etwas dabei. Ich habe 11 Hefte ergattern können, die mich interessiert haben und stelle sie euch in diesem Video ausführlich vor.

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Meine Comic Neuzugänge im August 2020

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Im August habe ich wieder ein bisschen mehr eingekauft und dafür weniger Rezensionsexemplare geordert. Dafür gibt es ein vielfältiges Programm zu sehen, von Panini Comics Neuerscheinungen, bis zu Bänden aus dem Splitter Verlag, von Cross Cult und Schreiber & Leser, sowie Knesebeck und Carlsen. Also schon einiges und vor allem auch ein paar sehr interessante Comics. Schaut also am besten mal rein, ob in diesem Monat wieder etwas für euch dabei ist.

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Comicvorstellung: Elfen Band 1 – Der Kristall der Blauelfen vom Splitter Verlag (Video)

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© Splitter Verlag / Istin / Duarte

Da mich die neue Reihe Magier aus dem Splitter Verlag so begeistert hat, war ich erfreut zu hören, dass die ersten Bände von Elfen nun nachgedruckt wurden und habe mir im Comicladen meines Vertrauens, dem Comic Centrum in Essen, direkt mal den ersten Band „Der Kristall der Blauelfen“ geholt und gelesen.

Zu Beginn des Bandes kommen die Blauelfe Lanawyn und ihr menschlicher Freund Turin zur Elfenstadt Ennlya und entdecken schreckliches, denn alle dort lebenden Elfen wurden abgeschlachtet. Ein zurückgelassener Dolch führt ihre Ermittlungen auf die Spur der Yrlaner, einem Menschenclan unter der Führung von König Rinn, die für das Massaker verantwortlich zu sein scheinen, da die Beziehungen zwischen Blauelfen und Menschen bekannterweise angespannt sind. Der König streitet natürlich alles ab, doch mit dem Besuch kommen die Ereignisse erst ins Rollen.

Währenddessen sucht die junge Elfe Valaan mit ihrem jungen Freund Lyann nach dem blauen Kristall, dessen Erschaffer Ulronn durch seine Macht korrumpiert und zum schwarzen Elfen wurde. Mit diesem mächtigen Artefakt kann man das Wasser kontrollieren und Valaan ist deshalb bereit die schweren Prüfungen abzulegen, um in den Besitz des Kristalls zu gelangen und ihrem Volk mit seiner Macht zu helfen. Aber was hat sie wirklich vor?

Jean-Luc Istin, der auch den ersten Magier Band geschrieben hat, hat auch den Einstieg zur Reihe Elfen entwickelt und auch hier einen interessanten Krimi mit Intrigen und Verwirrungen geschrieben, den man so gar nicht auf Fantasywelten gewohnt ist. Aber gerade das gefällt mir bisher so an den Geschichten aus Arran und ich hoffe, dass es so auch noch weitergeht. Dabei fallen mir auch gewisse Parallelen zu Magier auf, mit einem ungleichen Duo auf der einen Seite, einem hasserfüllten und machttrunkenen König auf der anderen und dann ist mal wieder nichts wie es scheint. Istin legt falsche Fährten und kommt dann wieder mit einer anderen Lösung um die Ecke, bei der nichts so ist, wie es scheint.

Und die ganze Geschichte kommt wieder im hübschen Gewand von Kyko Duarte daher, womit das gleiche Kreativteam wie bei den Magiern vollzählig wäre. Er liefert auch schon in diesem ersten Band der zahlreichen Serien um die Welt Arran fantastische Bilder ab, angefangen mit den frostigen Schneewehen um die Zuflucht von Ennlya bishin zu den Menschenstädten, anderen elfischen Gebieten und Unterwasserwelten. Alles sieht einfach wunderschön gezeichnet aus, von den Szenerien bis hin zu jedem einzelnen Charakter. Schöne, perfekt gewandete Elfen und grobschlächtige Menschen, was aber vom Look her natürlich schon etwas an den Herrn der Ringe erinnert, im Gegensatz zur Geschichte selbst.

Mit diesem Band hat 2014 beim Splitter Verlag die Welt Arran also ihren Anfang gefunden, die inzwischen in zahlreichen Bänden weiter ausgebaut wurde. Und ja, es sind wirklich zahlreiche. Es gibt bereits 25 Bände von Elfen, 16 von der Saga der Zwerge und 8 von Orks & Goblins. Das ist doch schon einiges und es sind natürlich von allen Reihen, inklusive des neuen Spin-Ofs Magier, bereits weitere neue Alben angekündigt. Es gibt also reichlich Stoff für denjenigen, der jetzt noch einsteigen möchte. Allerdings ist eine solche Menge natürlich auch etwas abschreckend, weil man sich schon ausrechnen kann, wie hoch die Investition in diese Comics ausfallen wird, wenn man sie denn alle haben möchte. Immerhin kann man die einzelnen Alben in beliebiger Reihenfolge und unabhängig voneinander lesen, auch wenn es kleinere Referenzen an die anderen Geschichten an der ein oder anderen Stelle gibt. Dennoch ist jeder Band in sich abgeschlossen. Ich bin jedenfalls angefixt und habe hier auch schon den zweiten Teil der Elfen liegen, zu dem es demnächst natürlich ebenfalls ein Video geben wird. Insgesamt gefallen mir die Reihen bisher nämlich ziemlich gut, weil es nicht so das typische Fantasy Schlachtgetümmel ist, obwohl es das hier nebenbei auch gibt, sondern eher eine Krimi- oder Mystery-Reihe, in der es um Intrigen, Geheimnisse und Täuschung geht. Ich mag’s! Episch ist es trotzdem, schließlich haben wir eine sehr interessante Welt vor uns.

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Meine Comicsammlung von Panini Comics – Teil 2 (Video)

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Weiter geht es im Stream mit den Hardcovern von Panini Comics, die sich aktuell in meinem Besitz befinden. Neben einigen Marvel und DC Titeln, gibt es natürlich auch noch welche von anderen Verlagen, die über Panini Comics veröffentlicht werden, wie zum Beispiel IDW, Image, Vertigo und weiteren. Da der Hardcover-Anteil bei Panini in meiner Sammlung etwas kleiner ist, ist der Stream natürlich auch etwas kürzer ausgefallen. Vielen Dank an alle, die dabei waren.

Weitere Infos zum Verlag und dessen Programm findet ihr auf der Verlagswebseite:
https://paninishop.de/

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Comicvorstellung: Die Waise von Perdida vom Splitter Verlag (Video)

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© Splitter Verlag / Hautière / Adrián

Ich habe mir eine Grafiknovelle gekauft, auf die ich mich schon sehr gefreut habe, auch wenn ich sie bei der ersten Ankündigung direkt mal übersehen habe und erst später bemerkt habe, dass sie rauskommt. Ich spreche von „Die Waise von Perdida“, die im Splitter Verlag erschienen ist. Der richtige Verlag für einen Comic, den ich mir dann sofort kaufen musste.

Die Waise von Perdida ist eine dramatische Science Fiction Geschichte, in der der Schmuggler Max den Sohn seiner auf dem Planeten Perdida umgekommenen Freunde retten muss, da er sich nach ihrem Tod in höchster Not befindet, denn der Planet wird jedes Jahr von riesigen schwarzen Hornissen heimgesucht. Normalerweise verschanzen sich die wenigen Bewohner des Planeten in ihren Häusern oder verlassen ihn für diese Zeit, doch dieses Mal sind die monströsen Insekten früher da und Vater Claude fällt ihnen als erster zum Opfer und Mutter Martha versuch mit dem kleinen Claudi zu flüchten. Sie kommen nicht weit und Martha opfert sich, damit Claudi überlebt. Er versteckt sich in einem Wald, in dem die Hornissen ihm nicht folgen.

Max, der mit seinem Raumschiff Big Max erst kürzlich den Planeten verlassen hat, hat einen Kommunikator bei sich, den Martha entwickelt hat und den er zum Testen mitnehmen sollte. Mit dem eiförmigen Funkgerät kann man nämlich auch im interstellaren Raum miteinander sprechen. Claudi hat das Gegenstück und so kann Max jederzeit mit ihm sprechen. Allerdings wurde sein Schiff beim Abflug beschädigt und so muss er auf Gamma 13 zwischen landen, um Big Max reparieren zu lassen. Um Claudi am Leben zu halten, sucht er sich einen Führer, der sich auf Perdida auskennt und findet den alten Silbad, der als Kind ebenfalls auf dem unwirtlichen Planeten gelebt hat. Allerdings hat er durch einen Hornissenangriff sein Gedächtnis verloren und hat seitdem eine Metallplatte im Kopf. Sie machen sich auf den Weg nach Perdida, nehmen aber noch Martin und Belle mit, die vom Planeten um jeden Preis wegwollen. Martin ist über den Umweg zwar nicht erfreut, fügt sich aber. Gemeinsam machen treten sie die Rettungsmission an, die aber alles andere als glatt verläuft.

Régis Hautière hat die Romanvorlage „Der Waisenjunge von Perdida“ von Stefan Wul, die bereits 1958 erschienen ist aufbereitet und hat ihr gleich noch eine kleine Modernisierung angedeihen lassen. Obwohl ich das Original leider bisher nicht gelesen habe, habe ich jedoch einige Infos dazu im Internet gefunden. Hautière hat unter anderem Martha eingeführt, die den Kommunikator entwickelt hat und mutig ihren Sohn schützt, nachdem Vater Claude ihnen die Flucht ermöglicht hat. Soweit ich es lesen konnte, kommt im Roman nämlich nur der Vater vor und das Ei ist ebenfalls bereits gegeben. Damit wurde ein wichtiger erklärender Teil auf einen starken Frauencharakter gelegt, auch wenn sie leider nicht lang überlebt.

Insgesamt hält sich die Graphic Novel jedoch sehr viel stärker an die Vorlage als der 1982 erschienene Zeichentrickfilm “Herrscher der Zeit”, der vom Franzosen René Laloux und niemand geringerem als dem einflussreichen Science-Fiction-Künstler Moebius, alias Jean Giraud, umgesetzt wurde. Der Film nahm sich damals noch deutlich mehr Freiheiten gegenüber der Vorlage, allerdings hat er mich damals schon beim ersten Schauen absolut beeindruckt. Die Geschichte bietet großartige Spannung und viel Drama, aber auch Humor und vor allem einen Wahnsinns Twist am Ende. So etwas hatte ich in meinen jungen Jahren noch nie gesehen. Damit hat sich der Film, den ich inzwischen auch auf DVD ergattern konnte, einen Platz unter meinen ewigen Lieblingsfilmen gesichert.

Leider hat das etwas Spannung aus dem Splitter Double genommen, da mich das Ende ja nun nicht mehr überraschen konnte, aber die genauere Umsetzung von Stefan Wuls Geschichte bot dennoch genug neues, dass mich der Comic auch absolut gefesselt hat.

Die Zeichnungen von Adrián gehen in eine ganz andere Richtung als die von Moebius, von dem ich in jedem Fall auch sehr gern eine Comicumsetzung dazu gesehen hätte, aber auch der neue Stil hat durchaus seine Vorzüge. Man erkennt natürlich sofort den frankobelgischen Stil, der jedoch nicht ins zu realistische geht, sondern eher eine knuffig-verspielte Richtung einschlägt, aber er kann auch durchaus eine gewisse Härte einschlagen, gerade wenn die Eltern am Anfang sterben oder wenn es um feindlich gesonnene Charaktere geht. Die Hornissen sind schon ziemlich uncool… Damit haben wir zwar einen etwas kindlicheren Look als den des Films, aber das macht die Grundgeschichte nicht weniger dramatisch. Alles in allem finde ich die Darstellung wirklich gelungen, inklusive sehr homogenen Farben, die die Stimmung wunderbar tragen.

Ich liebe den Film und mag auch den Comic wirklich sehr, auch wenn er mich nicht genauso gecatcht hat. Das hängt aber einfach an mehreren Faktoren, denn zum einen kannte ich die Story ja schon und außerdem habe ich inzwischen schon so einige tolle Comics gelesen, die ebenfalls fantastische und vor allem innovative Geschichten haben, sodass ich Die Waise von Perdida natürlich nicht wie beim ersten Mal erleben konnte. Dennoch ist es eine absolut fantastische Geschichte und die von Régis Hautère vorgenommenen Änderungen haben den Stoff in die aktuelle Zeit transportiert, auch wenn die Story natürlich in ferner Zukunft spielt. Tolles Ding, unglaublicher Twist am Ende, absolut lesenswert. 112 Seiten höchste Schreibkunst im Albumformat für 22,- Euro… ganz ehrlich, wenn ihr Science Fiction nicht abgrundtief hasst, dann kauft euch diese Graphic Novel. Ich bin jedenfalls nicht enttäuscht worden.

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Comicvorstellung: DC-Horror – Der Zombie-Virus von Panini Comics (Video)

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© Panini Comics

In diesem Video gibt es mal wieder was von DC, die es ja dramatischer Weise kürzlich übel getroffen hat, als Warner Brothers 30 Prozent der Belegschaft entlassen und zahlreiche Serien eingestellt hat. Eine Entwicklung, die ich in jedem Fall mit Sorge weiter beobachten werde. In der Zwischenzeit hat mir Panini Comics allerdings den DC-Horror: Der Zombie-Virus als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt und ich habe für euch hereingeschaut.

Am Anfang der Geschichte taucht kein Schurke auf, um Unfrieden und Chaos zu stiften, sondern wir erleben, wie die Justice League gerade Darkseid besiegt hat und nach Apokolips zurückschickt. Mit den unheilschwangeren Worten „Ich habe das was ich wollte“ verlässt er die Helden und nimmt direkt noch Cyborg mit, den er zusammen mit einem Virus später wieder auf die Erde schickt, wo das Unglück seinen Lauf nimmt. Ein Virus, der über das Internet und andere Medien verbreitet wird. So verwandelt sich jeder, der auf einen Bildschirm schaut schnell in ein blutrünstiges Monster, das nur noch darauf aus ist zu töten.

Auch Helden sind davor nicht immun und so verbreitet sich das Virus rasend schnell und so wird Batman von seiner infizierten Familie in seiner Höhle angegriffen, während er herausfinden will, was man gegen das Virus tun kann. Er hat nicht mehr lang zu leben und kann mithilfe von Dr. Freezes Ausrüstung den Prozess zwar verlangsamen, aber nicht stoppen, also bleibt ihm nur, sein Wissen an Superman und andere Helden weiterzugeben und sie zu warnen.

Weitere Opfer sind mit Aquaman, dem Joker und Hal Jordan schnell auf der Liste und ein Überlebenskampf beginnt. Wie kann man die verbliebenen Menschen retten und das Virus stoppen?

Also ich muss sagen, die Story, die Tom Taylor da entwickelt hat, hat mir wirklich gut gefallen. Er hat mit Darkseid einen guten Start hingelegt und auch eine schlüssige Begründung für eine rasante Verbreitung geliefert. Natürlich versucht er keine wirklich realistische Begründung zu finden, aber wir befinden uns schließlich unter Superhelden und da ist das absolut in Ordnung. Das ließ sich auf jeden Fall besser lesen als die Marvel Zombies, bei denen man plötzlich einfach mitten im Geschehen steckte. Da hat der Aufbau des Spannungsbogens hier schon ein ganz anderes Niveau. Hut ab dafür.

Nüchtern betrachtet, haben wir es hier zwar nicht mit klassischen Zombies zu tun, die gerne mal ein Gehirn snacken, sondern mit rasenden Irren und damit gehen wir eher in die Richtung 28 Days later. Das ist aber nicht tragisch, da die Untoten heutzutage eine Vielzahl an Interpretationen erfahren haben. Und hier bekommt der Begriff Smartphonezombie oder Smombie eine ganz neue Bedeutung. Damit hat Taylor auch noch einen kleinen Schuss Gesellschaftskritik mit in der Geschichte verbaut. Wenn auch nur einen kleinen.

Der Autor scheut sich auch nicht, jegliche Helden und Schurken kurzerhand umzubringen, was diese 6-teilige Miniserie plus Tie-Ins nach Injustice zu einer weiteren wirklich flotten What If Geschichte aus seiner Feder macht. Und Schurken und Helden bekommen wir einige zu sehen, denn es taucht alles auf, was Rang und Namen hat und macht DCeased, wie die Reihe im Original heißt damit schon zu einem ordentlichen Großevent, bei dem kaum jemand verschont bleibt. Auch wenn ich nicht so wirklich fit im DC-Universum bin, kannte ich die meisten Charaktere dann doch irgendwoher. Tom Taylor lässt die Charaktere auch nicht alle in ihren althergebrachten Rollen, sondern führt auch gleich noch eine neue Green Lantern ein.

Die Zeichnungen stammen von verschiedenen Künstlern, die sich die Kapitel und sogar einzelne Seiten untereinander aufgeteilt haben. Dennoch kann ich sagen, dass mir der Look durchgängig gut gefallen hat und keiner besonders geschwächelt hat, trotz der durchaus unterschiedlichen Stile. Außerdem wird nicht an Brutalität gespart, was mir altem Zombiefan natürlich besonders zusagt.

Das Tradepaperback von Panini Comics enthält neben den 6 Einzelheften auch das Tie-In A Good Day to Die, in der sich Mister Miracle, Big Barda, Mr. Terrific, John Constantine, Booster Gold und ein paar weitere Figuren sich durch eine kleine Nebenhandlung kämpfen. So kommen wir auf ordentliche 228 Seiten für 24 Euro und damit liegt der Band schon gut in der Hand. Der Titel, sowie die Logos sind sogar in Rot-Metallic gedruckt und machen dadurch noch etwas mehr her, zumal sich die Cover sowieso sehen lassen können, die zum einen unsere Helden als Zombies zeigen und dann auch noch Film-Hommagen als Variants hatten, die das Herz jedes Horrorfilmfreunds höher schlagen lassen dürften.

Fassen wir also nochmal kurz zusammen: Schöner Horror, gnadenloses dahinmetzeln beliebter Charaktere, sodass kaum einer verschont bleibt und ein sehr flottes Lesetempo, das wirklich Spaß macht. Um Klassen besser als das, was Kirkman mit den Marvel-Zombies angerichtet hat. Von daher gibt es von mir einen dicken Daumen nach oben.

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Comicvorstellung: Infidel vom Splitter Verlag (Video)

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© Splitter Verlag / Pichetshote / Campbell

Heute gibt es mal schwere Kost, mit diesem Rezensionsexemplar vom Splitter Verlag, der mit freundlicherweise „Infidel“ zur Verfügung gestellt hat, einem amerikanischen Horrorcomic mit besonders aktuellem Thema.

Infidel handelt von Aisha, einer jungen Muslima, die mit ihrem Freund Tom und seiner Tochter Kris in einem Haus lebt, in dem erst vor kurzer Zeit ein vermeintlicher Bombenanschlag stattgefunden hat. Aishas beste Freundin Medina, die sie bereits seit ihrer Kindheit kennt, wohnt inzwischen ebenfalls in dem Haus und es könnte alles schön sein, wären da nicht diese ständigen, immer schlimmer werdenden Albträume, die Aisha quälen. Dazu kommen Probleme zwischen Tom und seiner Mutter Leslie, die zwar bemüht scheint, aber in der Vergangenheit schon versucht hat, Kris islamfeindliche Gedanken einzuimpfen und sich sogar erkundigt hat, ob sie das Sorgerecht für das Kind bekommen kann. Dennoch nimmt Aisha Toms Mutter immer wieder in Schutz und verschweigt ihre immer realistischer werdenden Albträume, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen.

Irgendwann beginnen die Monster, von denen Sie träumt sie auch tatsächlich anzugreifen, nur kann sie zunächst niemand außer ihr sehen, deshalb gerät sie auch unter Mordverdacht, als sie bei einem Angriff aus Versehen Leslie und Kris die Treppe runterstößt und Toms Mutter stirbt. Medina versucht herauszufinden, was wirklich passiert ist.

Pornsak Pichetshote hat die Story entworfen – und ja, ich habe vorher geforscht, wie sein Name ausgesprochen wird… das sollte ich vielleicht immer machen… – und ist mit seinem Konzept, oder sagen wir einer aussergewöhnlichen Form eines Konzeptes, zu Image Comics gegangen, wo er die kurze Serie umsetzen durfte. Pichetshote ist selbst Thai-Amerikaner und dürfte deshalb leider persönliche Erfahrung mit seinem ausgewählten Thema haben, denn der Horror, der diesem Comic innewohnt ist purer Rassismus, von offenen Anfeindungen bis hin zu Alltagsrassismus, den vermutlich jeder von uns traurigerweise bei sich entdecken kann. Sei es durch Erziehung, gelebte Kultur, in der es früher ok war, das N-Wort zu benutzen, um People of Color zu beschreiben, was aber heutzutage einfach als Schimpfwort gesehen werden muss und deshalb aus dem Wortschatz verbannt gehört, so wie viele andere Dinge auch, die einem vielleicht nicht mal sofort auffallen. Gerade heutzutage muss man aber umdenken und genau deshalb trifft Infidel zu 100% den Nerv der Zeit, sei es mit der Flüchtlingskrise, Terrorattacken oder das ganz frische Black Lives Matter Movement. Auch wenn die zentralen Charaktere der Geschichte mit der Islamfeindlichkeit zu kämpfen haben, lässt sich der hier gezeigte Horror jedoch auch auf alle anderen Bereiche der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus ausweiten. Pornsak Pichetshote hat dieses Thema nun in einen auch für weiße Menschen verständlichen Rahmen gesetzt, indem er den Hass als Monster darstellt, das nicht von jeder Figur in der Story gesehen werden kann, denn genau das ist das Problem. Weiße Menschen sehen das Problem der Fremdenfeindlichkeit nicht bei sich und deshalb hört man dann gerne solche Sätze wie “ich sehe keine Hautfarbe” um zu zeigen, dass man kein Rassist ist, doch das Problem kann eben nicht beseitigt werden, indem man Empathie gegenüber den Opfern, also den People of Color zeigt, sondern, man muss es an der Wurzel packen, bei sich selbst. Und wo das Problem liegt, wird in Infidel wirklich brutal dargestellt. Die Angst vor dem Fremden, sofortigen Schuldzuweisungen, wenn jemand anders ist und nur in der Nähe eines Verbrechens war, Alltagsrassismus, den man oft nicht mal bei sich selbst erkennt und sei es nur eine plötzlich auftauchende, unerklärliche Angst, nur weil man Ausländer in der Nähe sieht. Auch das gehört dazu, eingeimpft durch Medien, sei es das Internet oder hetzerischen Zeitungen und Politikern oder einfach die Oma, die noch den Krieg miterlebt hat und grausame Erfahrungen gemacht hat. Obwohl man selbst keine schlechten Erlebnisse hatte, überträgt sich diese irrationale Angst trotzdem in unsere Köpfe und macht uns damit zum Teil des Problems. Und genau das führt uns Pichetshote auf dieser Metaebene als Horror vor Augen.

Um auch den letzten Leser auf das Wahrnehmungsproblem zu stoßen, dass Menschen haben, die eben nicht direkt von Rassismus betroffen sind, vollführt der Autor nach dem “Unfall” einen Charakterwechsel, als plötzlich Aishas Freundin Medina im Mittelpunkt steht. Hier zeigt er nun, dass sie, die sich bisher vom Islam abgewandt hatte und sich dann aber als Muslima zu erkennen gibt, plötzlich auch von der Fremdenfeindlichkeit betroffen ist und die Monster sehen kann. In meinen Augen ein starkes Bild, dass auch dem begriffstutzigsten Whataboutisten, der so arg unter Rassismus leidet, weil er in Witzen Allman genannt wird, zeigen sollte, worum es hier geht.

Die passenden Bilder dazu liefert Aaron Campbell, der hier mit verschiedensten Stilen arbeitet. Während die Charaktere und Szenerien in einem von Outlines geprägten Comicstil gehalten sind, wie man ihn durchaus gewohnt ist, werden die Monster sehr viel plastischer gehalten, sodass sie aus den Panels herausstechen und direkt ins Auge fallen. Sie bringen damit einen stärkeren Horrorfaktor ein, als es der Fall wäre, wenn sie im gleichen Stil gehalten wären wie der Rest. Erinnerungen und Träume werden schließlich noch in einem dritten Stil gezeigt, der an einfache Kinderzeichnungen erinnert und damit eine gewisse Unschuld transportiert. Insgesamt wird Infidel dadurch zu einem echten Trip.

Ich habe bei diesem Comic etwas gemacht, was ich selten mache, denn ich habe mir auch das komplette Zusatzmaterial durchgelesen, vom Vor- und Nachwort über die Entstehungsgeschichte und das Pitchmaterial. Normalerweise interessiert mich das nicht so, aber hier wollte ich jede Information mitnehmen, die ich kriegen konnte, um die Geschichte auch genau zu verstehen und nicht in die eigene „weisser Mann“ Falle zu tappen, denn Infidel bietet die ein oder andere Stelle, wo man plötzlich Verständnis für die „Ich bin doch kein Rassist, aber…“ Fraktion haben könnte. Hier sollte man aber in erster Linie den Schluss daraus ziehen, dass man sich einfach auf dem Holzweg befindet. Ihr werdet das sicher bei dem Pärchen bemerken, dass in einer Rückblende eine zu große Neugier gegenüber dem Besitz des arabischen Nachbarn entwickelt. Erst kann man es vielleicht noch nachvollziehen, aber dann beginnt eine Abwärtsspirale, die man durchbrechen muss, wenn man das Problem Rassismus wirklich bekämpfen möchte.

Auf 168 Seiten, inklusive Bonusmaterial, bekommt man eine wahnsinnig intensive Miniserie zu einem Thema, wie es nicht aktueller sein könnte. Es ist ja durchaus nicht unüblich, dass im Horror zeitgenössische Themen aufgegriffen und verarbeitet werden, sei es Elektrizität, die Monster zum Leben erweckt, atomare Strahlung, die Mutationen verursacht, Gentechnik oder andere hochbrisante Themen jener Zeit, in der die Geschichten geschrieben wurden. Hier ist es der Rassismus. Auch wenn er gerade nichts Neues ist, befinden wir uns aber wohl wieder an einer Weggabelung, an der wir vieles verändern können. Und da setzt Infidel geschickt an und bietet uns ein Lehrstück. Uns, die wir für Fremdenhass mindestens mitverantwortlich sind und verstehen müssen, dass sich daran etwas ändern muss. Pichetshote und Campbell können uns helfen, das Problem zumindest ein bisschen besser zu verstehen. Da sind 24 Euro ein geringer Preis, den man als Comicfan auf sich nehmen sollte. Für mich, neben Unfollow, bisher eines der wichtigsten gesellschaftlich relevanten Themen des Jahres und damit auch einer der wichtigsten Comics 2020.

Ich hoffe, dass euch das Video gefallen hat und ihr nun neugierig auf Infidel geworden seid. Ich kann es euch wirklich nur ans Herz legen.

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Comicvorstellung: Magier Band 2 – Eragan vom Splitter Verlag (Video)

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© Splitter Verlag / Jarry / Créty

Es gibt schon wieder etwas vom Splitter Verlag, denn die lieben Kollegen haben mit auch Magier Band 2 mit dem Titel Eragan zur Verfügung gestellt, damit ich es mir mal anschaue. Vielen lieben Dank dafür!

Nachdem es im ersten Band um Elementarmagier ging, begleiten wir in Band 2 ein paar Runenmagier auf ihrem Weg in der Welt von Arran.Titelgebend ist der junge Eragan, seines Zeichens Magierazubi von Hauptmann Kevoram vom Orden der Schatten und noch dazu ein ziemlich aufmüpfiger und nichtsnutziger Bursche, der mit seinen Runen einfach nicht klarkommt. Lehrer und Schüler begleiten einige weitere Magier und auch eine Prinzessin zu einem Portal, das sich nur einmal im Jahr für sehr kurze Zeit öffnet und durch das sie zum Dranahn-Kloster gelangen, in dem sie die dort bisher untergebrachten Magier ablösen sollen. Fast kommen sie durch Eragans Schuld zu spät und es gibt wieder eine Menge Ärger und Spott für den Jüngling, der dies aber schon gewohnt ist und sich weitestgehend lernresistent und rebellisch zeigt. Jeglicher Versuch, ihm den Umgang mit den Runen beizubringen bleibt erfolglos, auch wenn jeder der anwesenden Meister unterschiedlichste Methoden haben. Niemand scheint den richtigen Weg für Eragan zu kennen und es scheint hoffnungslos.

Im Kloster beginnen dann einige merkwürdige Ereignisse, denn Mönche rasten plötzlich und ohne ersichtlichen Grund aus, ritzen Runen in ihre Körper ein und schmieren die gleichen Runen mit ihrem eigenen Blut an die Wände des Klosters. Selbst Abt Parceyron weiß anscheinend nicht, was vor sich geht. Während die Vorfälle sich mehren, forscht Eragan trotz verschiedener ihm auferlegter Strafarbeiten weiter und versucht der Sache auf die Spur zu kommen.

Nicolas Jarry hat in diesem zweiten Band das Szenario entwickelt und einen Fantasykrimi geschrieben, der teilweise vom Setting her ein wenig an „Der Name der Rose“ erinnert. Also wirklich nur ein wenig. Dennoch gibt es auch hier wieder eine spannende Story, die eine interessante Charakterentwicklung mit sich bringt und am Ende durch verschiedene Wendungen zu überraschen weiß, auch wenn mit einigen Stereotypen gearbeitet wird, wie dem strengen Lehrmeister, der doch nur das Beste aus seinem Schüler holen will und dem entsprechend aufmüpfigen Zögling, der eigentlich gar keinen Bock auf das alles hat und langsam an sich selbst zweifelt. Am Ende wird aber alles zufriedenstellend aufgelöst und man kann das Album mit einem zufriedenen Lächeln ins Regal stellen. Jarry legt damit ziemlich stark nach dem tollen ersten Band von Jean-Luc Istin nach.

Das Artwork von Stephan Créty  mit den Farben von Olivier Héban steht dem von Kyko Duarte in nichts nach und zeichnet wieder eine wunderschöne Welt mit tollen Details, auch wenn wir uns Hauptsächlich im Kloster bewegen. Trotzdem gibt es einiges zu entdecken.

Ich finde es einfach wahnsinnig interessant, wie hier nicht mit dem für Fantasyliteratur doch typischen Schwert und Magie Thema gearbeitet wird, sondern wieder mal ein kleiner Kriminalfall mit Mysterytouch die Basis für die Story bietet. Das empfinde ich als erfrischend anders und es darf gerne weiter so durchgehalten werden. Große Schlachten und wilde Orks und Barbaren haben wir schon reichlich gesehen und gerade letztere sind auch sehr gut in den Conan Bänden aufgehoben. Da darf es hier mal etwas anderes sein. Kein Wunder, dass die Geschichten aus Arran so langlebiger Serien hervorgebracht haben, die trotzdem abwechslungsreich sind. Gerade auch die Ausrichtung als Konzeptreihe mit unterschiedlichsten Autoren und Zeichnern bietet natürlich die Chance auf viel Abwechslung, da man nicht an bestimmte Charaktere gebunden ist, deren Abenteuer irgendwann ausgelutscht sind und deren man überdrüssig wird. So hat man es jedes Mal mit neuen Figuren und damit auch neuen Geheimnissen und Herangehensweisen zu tun. Das finde ich persönlich ziemlich spannend.

Auch in diesem Album gibt es wieder 56 prall gefüllte Seiten mit einer tollen Geschichte, die sich wirklich lohnt. Ich bin jedenfalls voll im Arran-Fieber, brauche allerdings noch den Lottogewinn, um alles zu kaufen. Wer spendet?

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Comicvorstellung: Conan der Cimmerier Band 8 – Der schwarze Kreis vom Splitter Verlag (Video)

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© Splitter Verlag / Runberg / Park

In meinem aktuellen Video stelle ich euch den neuesten Band der Reihe Conan der Cimmerier aus dem Splitter Verlag vor, der den Titel „Der schwarze Kreis“ trägt. Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

In diesem inzwischen 8. Album der Conan Reihe des Bielefelder Verlagshauses, basierend auf den original Kurzgeschichten von Robert E. Howard, treffen wir zunächst auf Conan mitten im wilden und brutalen Schlachtengetümmel, denn der Cimmerier ist inzwischen Anführer eines afghulischen Heeres, das von den Männern des Statthalters Chunder Chan aus Kshatriya angegriffen wird. Natürlich schlägt der wilde Barbar sie zurück, doch sie entführen sieben seiner Männer. Natürlich sinnt er auf Rache und will seine Männer befreien.

In der Zwischenzeit wird der junge König Bhunda Chand, Herrscher des Königreiches Vendhya in seinem Königspalast in der Hauptstadt Ayodhya vom bösen Magier Khemsa mittels schwarzer Zauber ermordet, alles im Auftrag von König Yezdigerd von Turan. Bei dem Versuch seine Männer zu befreien, entführt Conan stattdessen die Schwester des Königs, die Devi Yasmina und will mit ihr seine Soldaten freipressen, jedoch sind ihm nun zahlreiche Verfolger auf der Spur, die Yasmina lieber tot sehen wollen, unter anderem auch der schwarze Magier Khemsa.

Das Szenario dieses Bandes hat Sylvain Runberg nach Robert E Howards Erzählung entwickelt. An sich mag ich Runberg sehr, denn er hat unter anderem auch das großartige Warship Jolly Roger und On Mars geschrieben, jedoch bin ich hier zum ersten Mal mit einem Conan Band nicht warm geworden. Der Text wollte irgendwie nicht fließen und alles wirkte zäh, sodass ich mich regelrecht durch den Comic durchgequält habe. Ich musste tatsächlich mehrfach anfangen, bis ich dann endlich durch war. Das ist allerdings auch zum Teil den absolut katastrophalen Namen zuzuschreiben, für die Runberg ja nichts kann. Ich meine, was ist denn bitte Yezdigerd für ein Name? Oder Kshatriya? Ayodhya… Alter… die Story an sich ist durchaus ok, geht es um Rache, Befreiung der eigenen Männer, Entführung und wechselnde Fronten, nachdem die eigentlichen Umstände klarwerden. Von der Erzählstruktur abwechslungsreich, aber textseitig zog sich das Ganze leider wie Kaugummi.

Kommen wir zu den Zeichnungen. Hier war der Koreaner Jae Kwang Park am Werk, der das Design entwickelt hat und damit sein Comic Debut gegeben hat und die Zeichnungen und Farben stammen von Hiroyuki Ooshima, wobei mir jetzt nicht so wirklich klar ist, was jetzt der Unterschied zwischen Design und Zeichnungen ist. Ooshima steht nämlich nicht auf dem Cover.

Da wir es nun mit einem Koreaner und einem Japaner zu tun haben, ist ein sehr starker Manga / Manhwa Einfluss zu sehen, den ich für Conan als schwierig empfinde. Es will nicht so recht dazu passen, da Conan einfach nicht nach einem typischen Mangacharakter aussieht und das will mir irgendwie nicht gefallen. Natürlich hat Conan in jedem der bisherigen Bände anders ausgesehen, dank der unterschiedlichen Zeichner, doch hier geht im völlig das kantige, barbarische ab, das einfach zu seinem Look gehört. Muskeln hat er natürlich trotzdem, aber er wirkt einfach drahtiger und vor allem sein Gesicht geht in eine völlig andere Richtung.

Insgesamt wird bei den Zeichnungen sehr stark mit Schraffuren gearbeitet, was durchaus nicht untypisch für den Stil ist, aber häufig damit zusammenhängt, dass ein Manga meist in Schwarzweiß gedruckt wird. Hier haben wir nun aber Farbe, was an vielen Stellen einfach Details untergehen lässt. Ich glaube, ohne Farbe könnte der Comic deutlich besser wirken. Wobei ich die Farben durchaus gut finde, sie lassen bei der vielen Schraffur nur leider alles sehr überfrachtet wirken.

Dazu kommt, dass mir an mehreren Stellen aufgefallen ist, dass die Bilder überhaupt nicht mit den dazugehörigen Texten übereinstimmen, was mich manches Mal verwundert zurückgelassen hat. So steht auf einer Seite, dass Yasmina auf einem samtbezogenen Lager erwacht, sie liegt aber einfach in einer großen Halle auf dem Boden. An andere Stelle steht: Neben ihr stand der schreckliche Dämon selbst, umgeben von den reglosen schwarzen Sehern. Und dann sieht man sie an der Spitze einer Pyramide und die 4 Seher nebeneinander auf halber Höhe… What the fuck? Es gibt noch weitere Beispiele, wo es einfach nicht passt.

Mit dem 8. Band haben wir nun die Hälfte der angekündigten Conan Bände erreicht und bisher war ich ziemlich von den Comics überzeugt. Da will ich bei diesem Ausfall mal ein Auge zudrücken. Bei einer soliden Story ist an vielen Stellen einiges schiefgegangen. Das fängt bei den verrückten Namen des Ausgangsmaterials an, die mich ziemlich haben verzweifeln lassen, über die zähe Schreibweise bis hin zum, aus meiner Sicht, unglücklich gewählten Zeichenstil, der zwar für sich genommen durchaus nicht schlecht ist, im Gegenteil, aber er will mir einfach nicht zu Conan passen.

Dieses Album hat dieses Mal sogar 72 Seiten, statt der bisher üblichen 64, kostet aber dennoch 16 Euro.

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Über mich

Sozialkompetenter Nerd mittleren Alters mit Leidenschaft für Filme, Serien, Computer- und Konsolenspiele, Comics und Bücher. Egal ob Zombies oder Superhelden, Action oder Komödie, das Repertoire ist umfangreich und die Interessen vielfältig. Und darüber kann man sich auch so schön unterhalten, also setzt Euch, nehmt Euch nen Keks und bleibt ein Weilchen.