Comicvorstellung: Oblivion Song Band 2 von Cross Cult

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© Cross Cult / Kirkman / De Felici

Achtung: Diese Rezension kann milde Spoiler enthalten, falls ihr Band 1 von Oblivion Song noch nicht gelesen habt. Falls doch, erfreut euch an meiner Meinung zu Band 2, der bei Cross Cult auf deutsch erschienenen Reihe aus der Feder von The Walking Dead und Outcast Schöpfer Robert Kirkman.

Nathan Cole hat inzwischen seinen verschollenen Bruder im Oblivion gefunden, der dort mit anderen Überlebenden eine Siedlung aufgebaut hat und diese lieber nicht verlassen möchte. Nathan kann Ed jedoch dazu überreden mit ihm in seine Dimension zurückzureisen, wird jedoch gleich bei ihrer Ankunft vom Militär festgenommen und verhört, da er maßgeblich an dem Vorfall vor 10 Jahren Schuld war. Dank der Hilfe einer Freundin kann er fliehen und muss nun versuchen zu verhindern, dass seine Reiseapparatur vom Militär als Waffe missbraucht wird. Jedoch braucht er Eds Hilfe.

© Cross Cult / Kirkman / De Felici

Die Geschichte des zweiten Bandes setzt genau am Ende von Teil eins an, der mit einem ordentlichen Cliffhanger endete, als Nathan kurz nach ihrer Rückkehr direkt festgenommen wurde und Ed allein in Philadelphia zurückblieb. Wir erfahren einiges über die Hintergründe des ersten Vorfalls und Nathan Coles Beweggründe für seine waghalsigen Rettungsaktionen. Außerdem steht der Konflikt zwischen ihm und seinem Bruder Ed im Vordergrund, der lieber wieder in den Oblivion möchte, weil er sich dort erstmals frei und erfolgreich fühlt und damit eigentlich gar keine Rettung benötigt, wie auch die anderen Überlebenden in der Siedlung. Damit übt Kirkman eine starke Kritik an unserer heutigen Gesellschaft und dem enormen Druck unter dem die Menschen heute stehen, denen es mit einem zwar gefährlicheren, aber auch einfacheren Leben besser gehen könnte. Im Gegensatz zu The Walking Dead ist das Überleben hier von Zusammenhalt geprägt, ohne rivalisierende Gruppen, die sich gegenseitig ans Leder wollen. Hier holt die Katastrophe eher das Beste aus dem Menschen, anstatt einen Konkurrenzkampf um Ressourcen zu entfachen, sodass auch diejenigen, die unter dem Druck der schnelllebigen Hochleistungsgesellschaft der heutigen Zeit zusammenbrechen und kriminell werden, zu einem nützlichen Teil der Gruppe werden können, weil ihre Fähigkeiten und Stärken ganz anders gefördert werden.

© Cross Cult / Kirkman / De Felici

Zu den Zeichnungen muss man nicht viel sagen, da sich das Konzept aus Teil eins fortsetzt. Allerdings hat Lorenzo de Felici die Gelegenheit, mehr aus dem Oblivion zu zeigen und uns weitere Kreaturen zu präsentieren. Dementsprechend hat sich meine Kritik am Farbkonzept auch nicht geändert.

Fazit

Band zwei von Oblivion Song geht stark weiter und bringt einen neuen Aspekt hinzu, denn es geht plötzlich nicht mehr um den aufopfernden Bruder, der einfach nur Menschen retten will, sondern zeigt, dass manches nicht so ist, wie es scheint. Da wird der mutige Held plötzlich zum Typen, der Dreck am Stecken hat und die vermeintlichen Opfer wollen gar nicht gerettet werden. Robert Kirkman kann halt gut Geschichten erzählen, in denen alles anders ist, als es am Anfang scheint und in denen sich die Situation von einem zum nächsten Moment einfach komplett ändern kann. Während das in der Zombiereihe The Walking Dead oft durch überraschende Tode beliebter Charaktere  geschah, ändert sich hier direkt mal die Gesamtsituation. Band 2 hat mich auf 144 Seiten auch wieder überzeugt und zum Glück dauert es nicht mehr so lange bis Teil 3. Wie für dieses Format und den Umfang bei Cross Cult recht üblich, kostet diese Ausgabe auch wieder 22,- Euro.

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