Comicvorstellung: Invincible 1 von Cross Cult

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© Cross Cult / Kirkman / Walker / Ottley

Wer hat gewusst, dass Robert Kirkman auch schon was mit Superhelden gemacht hat? Also nicht nur die Marvel Zombies, sondern er hat mit einer eigenen Heldenreihe bei Image Comics angefangen, die bis heute noch läuft. Bei dieser Serie handelt es sich um Invincible, die im selben Jahr erstmalig erschien, als auch The Walking Dead ihren Anfang nahmen und die nun mit einem ersten Sammelband bei Cross Cult erschienen ist. Lieben Dank an der Stelle für das Rezensionsexemplar.

Mark Grayson (nicht verwandt oder verschwägert mit Dick Grayson) ist Highschool Schüler und Sohn von Omni-Man, dem mächtigsten Superhelden des Planeten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch er Superkräfte bekommt und als es soweit ist, wird er der kostümierte Invincible und muss lernen mit seinen neuen Kräften umzugehen. Ausgestattet mit der Fähigkeit zu fliegen, unglaublicher Stärke und nahezu Unverwundbarkeit, trifft er auf andere Helden, Schurken und selbst Außerirdische, vor denen er die Erde verteidigen muss. Der Traum eines jeden Comic-lesenden Teenagers.

© Cross Cult / Kirkman / Walker / Ottley

Robert Kirkman ist zwar durch The Walking Dead bekannt geworden, doch auch Invincible schaut auf ebenso viele Erscheinungsjahre zurück und wurde bereits mit dem Eisner Award ausgezeichnet. Inzwischen hat Invincible The Walking Dead sogar überlebt, da 2019 die letzte Ausgabe des Zombieepos erschienen ist. Was sich erst wie eine lockere Originstory eines weiteren Superhelden liest, wird bald zum Machtkampf mit schwerwiegenden Entscheidungen für den jungen Helden, der feststellen muss, dass er nicht jedem so überlegen ist, wie er dachte. Gerade als eine wichtige Leitfigur für ihn zum Problem wird. Kirkman stattet Mark darüber hinaus natürlich auch mit den üblichen Teenagerproblemen aus.

Zunächst wurden die Comics von Cory Walker gezeichnet, jedoch hat ab Ausgabe 8 der US-Comics Ryan Orrley übernommen. Auf den ersten Blick sieht man meiner Meinung nach aber keinen großen Unterschied in den Stilen der beiden. Sie ähneln sich durchaus und da die Farben weiterhin von Bill Crabtree übernommen wurden, wird der oberflächliche Unterschied noch etwas geringer. Im Detail bemerkt man schon, dass es sich um einen neuen Zeichner handelt, doch dafür muss man schon genauer hinschauen. Da war der Wechsel von Tony Moore zu Charlie Adlard bei The Walking Dead doch wesentlich offensichtlicher, zumal ich Tony Moores Zeichnungen wesentlich besser fand.

© Cross Cult / Kirkman / Walker / Ottley

Fazit

Es ist schon ein cooler Zug von Cross Cult, dass Invincible nun auch endlich nach Deutschland kommt. Material gibt es ja inzwischen reichlich und dadurch ist der erste Band mit 352 Seiten ziemlich dick geworden. Immerhin enthält er die ersten 13 Ausgaben der Serie aus den frühen 2000ern. Da sind die dafür geforderten 30 Euro ein Schnapper. Schön fand ich, dass der Comic auch wirklich am Anfang beginnt, als Mark noch keine Kräfte hat und uns nicht schon einen fertigen Superhelden liefert, dessen Entstehungsgeschichte erst später nachgeliefert wird, wie das früher oft der Fall war. Ich war ziemlich gehyped, als ich gehört habe, dass der erste Band erscheint. Ich hatte nämlich schon viel Gutes über die Reihe gehört, sodass ich sehr gespannt darauf, was sie zu bieten hatte. Im Nachhinein bin ich etwas ernüchtert. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde Invincible wirklich gut und es hat eine Menge Spaß gemacht, das Softcover zu lesen. Allerdings ist es nun mal auch einfach eine Superhelden-Serie, die es wie Sand am Meer gibt. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Reihe einfach 17 Jahre nach ihrem Start in die Hand bekommen habe. Damals mag es noch etwas Besonderes gewesen sein, dass man auch mal etwas privatere Dinge um einen Helden mitbekommt, nicht wie bei einem Batman, der seine Identität als Bruce Wayne quasi nur nutzt, um mal wieder zu verhindern, dass jemand herausfindet, dass er Batman ist oder trotzdem zu ermitteln. Inzwischen gibt es aber jede Menge andere Sichten auf Superhelden. Und wahrscheinlich bin ich auch etwas verwöhnt, dadurch, dass ich viele Sachen fernab des Mainstreams lese, an dem Invincible immer noch sehr nah dran ist, wenn er auch einiges anders macht. Aber allem zum Trotz handelt es sich um gute Unterhaltung und tolle Storys und zeigt einen sympathischen jungen Helden, der sich zwar schnell in seine Rolle einfindet, aber auch versucht, sein normales Leben damit unter einen Hut zu bringen. Besonders gefreut haben mich die zahlreichen Gastauftritte anderer Helden von Image Comics, wie dem Savage Dragon, Shadowhawk und ganz besonders dem Deadly Duo Kill-Cat und Kid Avenger, die ich in den 90ern sehr gefeiert habe. Wenn ihr also Superhelden mögt, dann bekommt ihr hier auf jeden Fall eine gehobenere Reihe geboten, bei der man gespannt sein darf, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass die nächsten Ausgaben es schaffen, sich noch weiter nach vorn abzusetzen.

Für dieses Jahr ist übrigens auch eine Animationsserie bei Amazon angekündigt.

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