Comicvorstellung: On Mars_ vom Splitter Verlag

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© Splitter Verlag / Runberg / Grun

Es ist schon lange ein Traum der Menschheit, den Mars zu besiedeln und Marsmännchen waren im vergangenen Jahrhundert ebenfalls in aller Munde, auch wenn es dabei meist um kleine grüne Humanoide mit großen Augen ging. Selbst klassische Science Fiction Literatur spielte immer wieder auf dem roten Planeten, wie Edgar Rice Burroughs Reihe um den Menschen John Carter, den es dorthin verschlägt. Während es dort aber immer wieder um Wesen ging, die schon lange auf dem Mars wohnen, geht Sylvain Runberg mit Zeichner Grun in der dystopischen Geschichte On Mars_ einen realistischeren Weg und zeigt die Besiedlung des Mars durch den Menschen mittels Terraforming, als alternativen Lebensraum zur Erde.

© Splitter Verlag / Runberg / Grun

Zu Beginn der Geschichte wird Sträfling Jasmine Stenford in die im Bau befindliche Mars Kolonie gebracht, um dort neben anderen Strafgefangenen als Zwangsarbeiter unter strenger Bewachung Wälder anzupflanzen, eine Infrastruktur aufzubauen und die Einöde für andere Menschen in Zukunft bewohnbar zu machen. Leicht und ungefährlich sind dabei keine Begriffe, die irgendwer in dieser Umgebung verwenden würde. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen und Unruhen unter den Sträflingen, Misstrauen ist an der Tagesordnung. Alles in Allem machen die Umstände den Einsatz der Gefangenen höchst fragwürdig. Aber das ist nicht alles, denn die dorthin deportierten Zwangsarbeiter sind nicht ohne Grund dort. Jasmine, die zwar gut ausgebildet ist und sich selbst verteidigen kann, befindet sich dort zwischen Mördern, Vergewaltigern und wird aufgrund ihrer Vergangenheit dort nicht sehr geschätzt. Obendrein spielt noch eine religiöse Gruppe mit, deren Ziel noch im Dunkeln liegt.

© Splitter Verlag / Runberg / Grun

Runberg beschreibt hier auf den 80 Seiten des ersten Bandes eine düstere Zukunft mit einem heiklen Thema. Wie weit geht man, um die Menschheit zu retten und neue Lebensräume zu schaffen? Gerade in der heutigen Zeit, mit der Fridays for Future Bewegung und den Diskussionen um Umweltschutz, kann man deutlich sehen, dass wir nur einen Planeten haben und keine Alternativen. Ein solcher Schritt ist also durchaus vorstellbar und die Besiedlung des Mars ist kein neues Thema. Interessant wird es an der Stelle, an der Menschen für diese Ziele missbraucht werden, die in der Gesellschaft versagt haben. Wie gewissenlos kann man mit ihnen umgehen? Haben sie alle Rechte verwirkt? Wie weit darf die Gesellschaft gehen, um sich selbst zu retten? On Mars_ ist in keinem Fall

© Splitter Verlag / Runberg / Grun

Dieses durchaus realistische Szenario unterstützt Künstler Grun, mit seinem detailverliebten Zeichenstil, der sehr realistisch bleibt und den marsianischen Schmutz und Dreck gut rüberbringt. Gerade die Landschaften und technischen Seiten sind sehr detailliert ausgearbeitet und wirken dadurch glaubwürdig. Aber auch bei den Charakteren sieht keiner aus wie der andere. Gerade die Hauptfiguren sind mit sehr markanten Merkmalen ausgestattet und man nimmt ihnen sofort ab, dass es sich bei allen um schwere Jungs und richtig harte Brocken handelt.

Fazit

Die Besiedlung des Mars ist hart und schmutzig, die Bedingungen rau. Runberg und Grun haben ein wirklich realistisches Szenario entworfen, dem man abnimmt, dass es genauso auf dem Mars zugeht, wenn wir mal dort ankommen. Es dürfte nicht wesentlich anders ausgesehen haben, als Australien zur britischen Strafkolonie wurde. Sympathieträgerin ist Jasmine, die aus meiner Sicht eigentlich gar nicht da sein sollte. Sie ist hart im Nehmen und weiß was sie tut. Der erste Band teasert so einiges an, was noch für Stimmung und Action sorgen dürfte, sodass ich auf den im nächsten Jahr erscheinenden zweiten Band gespannt bin. Wer harte, dystopische Science Fiction à la Total Recall, Outland oder Moon 44 mag, wird hier jedenfalls gut bedient, auch wenn man mit einem ziemlichen Cliffhanger zurückgelassen wird.

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