Comicvorstellung: Outcast von Cross Cult

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© Cross Cult / Kirkman / Azaceta

Robert Kirkman, der Erfinder von The Walking Dead, der Comicreihe, die als Fernsehserie die Zombie Apokalypse massentauglich gemacht hat, hat natürlich auch einiges anderes geschrieben und entwickelt. Mit Outcast schuf er eine weitere längere Serie, die ebenfalls eine Fernsehumsetzung erhielt, sich dem Übernatürlichen aber auf andere Weise annahm.

Kyle Barnes ist auf den ersten Blick ein heruntergekommener Loser, geplagt von Schuldgefühlen und Depressionen. Er lebt verwahrlost im Haus seiner Mutter, die ihn in seiner Kindheit schwerst misshandelt hat, aber inzwischen in einer Art Wachkoma liegt. Frau und Kind hat er verloren und kann eigentlich froh sein, nicht im Gefängnis zu sitzen. Das ist zumindest das, was seine Umwelt sieht. Seine Probleme gehen aber deutlich tiefer, denn schon lange wird er von Dämonen geplagt, die in seiner Heimatstadt inzwischen wieder deutlich aktiver werden. Die Zahl der Besessenen nimmt zu und Reverend John Anderson, der um Kyles Fähigkeiten weiß, bittet ihn um Hilfe bei der Bekämpfung des Bösen. Nach und nach wird den beiden klarer, was vor sich geht und was es mit Kyles Kräften auf sich hat.

© Cross Cult / Kirkman / Azaceta

Im ersten Band von Kirkmans Reihe Outcast, der den Untertitel „Im Reich der Finsternis“ trägt, wird die Menschheit auf ca. 160 Seiten nicht von Zombies geplagt, sondern in ganz klassischer „Der Exorzist“ Manier von Dämonen, die Besitz von Stadtbewohnern ergreifen. Hier muss sich der Reverend allerdings nicht nur mit einem Dämonen herumschlagen, sondern findet erst nach und nach mit Kyles Hilfe, den die Besessenen immer wieder als Outcast bezeichnen, die Ausmaße des Ganzen heraus. Robert Kirkman erzählt die Geschichte des Exorzisten Duos und ihrer Gegenspieler spannend und baut sie nach und nach immer weiter auf. Auch wenn dem Leser relativ von Anfang an klar ist, was Kyle Barnes plagt, bleiben einige Fragen offen und es bleibt noch spannend, wohin sich die Geschichte entwickelt.
Gerade aber auch in puncto Charakterentwicklung hat Outcast einiges zu bieten. Besonders Kyle, der sich aus seinem tiefen Loch der Selbstzweifel herauskämpft und beginnt, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen, aber auch andere Figuren wie der Reverend machen interessante Entwicklungen durch.

Die Zeichnungen von Paul Azaceta tragen zur düsteren Stimmung bei, genauso wie die Kolorierung. Der etwas reduzierte Stil Azacetas, der mit Details eher sparsam umgeht, bringt die Thematik dennoch gut rüber und trägt deutlich zum Ambiente bei. Grusel ist also garantiert.

Fazit

© Cross Cult / Kirkman / Azaceta

Von der Fernsehserie habe ich nur ein paar Folgen gesehen, da sie vom Sender doch sehr gehyped wurde und ich schon langsam aus Walking Dead ausgestiegen bin. Da gab es wohl einen leichten Widerwillen gegen die Serie. Nachdem ich aber nun endlich den ersten Band gelesen habe, werde ich ihr wohl nochmal eine Chance geben, da sie sich zumindest in den ersten Folgen ziemlich nah an der Vorlage orientiert. Außerdem bin ich gespannt, wie es in der Grafiknovelle nun weiter geht und werde mir bald schon Band 2 genehmigen. Die Geschichte ist nämlich wirklich spannend erzählt und wer Horror à la Exorzist mag, der wird hier ziemlich gut bedient, auch wenn es keine Hasstiraden der Dämonen gibt und nicht im hohen Bogen gekotzt wird. Trotzdem will man wissen, was das Böse nun vorhat und welche Rolle Kyle noch spielen wird. Spannung und Grusel gibt es jedenfalls reichlich, gepaart mit einem ordentlichen Schuss Mystery. Ich sehe zwar nicht ganz den Hype, aber es handelt sich auf jeden Fall um sehr solide Horrorkost mit klassischen Touch.

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