Comicvorstellung: 80 Jahre Marvel – Die 1940er von Panini Comics

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Zum 80. Geburtstag von Marvel Comics erscheint bei Panini Comics eine Reihe mit Comicbänden, die einige der interessantesten Comics der vergangenen Jahrzehnte enthält. Der erste Band befasst sich mit den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts, also der Zeit des Zweiten Weltkrieges, dessen Einfluss in den damaligen Sammelheften allgegenwärtig ist. Hauptakteure sind die erste Fackel und Namor, der Sub-Mariner.

Auf den 236 Seiten des rot eingebundenen Hardcovers erleben wir einige Abenteuer aus den damaligen Mystery Comics und Human Torch Comics. Dabei sind die Geschichten meist recht schlicht gehalten und entsprechend kurz. Entweder kämpft Prinz Namor gegen seinen ärgsten Widersacher, die Fackel, der für die Polizei arbeitet und für Recht und Ordnung sorgen soll. Dazu muss man wissen, dass Jim Hammond, der als Erster den flammenden Körper hatte, noch lange vor Johnny Storm von den Fantastischen Vier (Die Superhelden, nicht die deutschen Hip Hopper). Stellenweise hat er einen kleinen Sidekick namens Toro, der die gleichen Fähigkeiten hat und ganz wie Batmans Robin für das Comic-Relief sorgt. Namor hingegen ist weder wirklich böse, noch wirklich gut. Er versucht in erster Linie die Menschen aus seiner eigenen Welt fernzuhalten, die durch ihre Kriege die Unterwasserwelt in Mitleidenschaft ziehen. Allerdings heiligt für ihn der Zweck die Mittel und deshalb geraten beide Figuren in den Comics öfter aneinander. Das ein oder andere Mal schließt man sich aber auch zusammen, um einen gemeinsamen Feind zu bekämpfen, in der Regel die Nazis.

Man merkt den Comics deutlich an, aus welcher Zeit sie stammen, denn das Thema Nazi-Deutschland und Krieg ist allgegenwärtig. Das führt dazu, dass natürlich auch reichlich Hakenkreuze und das ein oder andere Mal Hitler höchstpersönlich zu sehen sind. Hätten die Amerikaner damals wirklich eine Fackel oder Namor gehabt, wäre der Krieg vermutlich schnell zu Ende gewesen.

Aber auch den Zeichnungen und Storys kann man extrem anmerken, dass es sich um frühe Werke der Comicgeschichte handelt. Die Figuren sind grob gezeichnet, gerade Namor mit seinem Kastenkopf wirkt immer wieder gruselig und richtige Proportionen sucht man oft vergebens. In den Geschichten folgt eine Reihe von Kämpfen, Wasser gegen Feuer, die sich im Grunde genommen immer gleich gestalten. Inhaltlich hervorgestochen hat für mich nur eine Spionagestory, in der russische Balletttänzer geheime Nachrichten an die Deutschen übermittelt haben, indem sie ihre Tanzfiguren Buchstaben nachempfunden haben.

Fazit

Auch wenn der 1940er Band der 80 Jahre Marvel Reihe ein netter Einblick in Comicgeschichte ist und man so sehen kann, womit man zu Kriegszeiten die Massen begeistert hat, die durch Jerry Siegel und Joe Shuster  mit der Erfindung von Superman auf den Geschmack gekommen sind, habe ich mich mit den Geschichten etwas schwergetan. Die Storys waren alles andere als flüssig zu lesen und ich habe mich mehr oder weniger durch die Texte gequält, auch wenn es von der Menge her nicht unbedingt mehr war als heute. Die Inhalte waren recht einfach gestrickt, wiederholten sich schnell und Abwechslung wie man sie heute kennt, gab es kaum, was aber durchaus an der Auswahl der Comics gelegen haben kann. Zur damaligen Zeit war der Krieg eben Thema Nummer 1 und die Leute haben sicher mitgefiebert, wie der olle Adolf eins ausgewischt bekommt. Für die heutige Zeit handelt es sich aber eher um ein Stück Geschichte, als wirklich lesbaren und unterhaltsamen Stoff. Ich finde es also durchaus gut, den dicken ersten Band in meiner Sammlung zu haben, aber nochmal lesen muss ich ihn ganz sicher nicht.

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