Meine Top 10 biografischen Filme

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Neben den ganzen Superhelden- und Zombiefilmen schaue ich mir auch gerne Filme an, in denen es um echte historische und moderne Figuren oder Ereignisse geht, also Menschen, die etwas Besonderes geleistet haben oder irgendwie anders aus der Masse hervorgestochen sind. Je näher an der Wahrheit, desto besser. Seien es Firmengründer, schillernde Filmstars und Musiker, Teilnehmer an einem luft- oder Raumfahrtprogramm oder gnadenlose Drogenbarone. Da ist so manche Geschichte spannender als alles fiktive oder zumindest sind die Werdegänge der realen Personen einfach richtig interessant. Der Weg zu dem, wofür man sie schließlich liebte oder hasste oder einfach nur bewunderte.

Hier deshalb als Empfehlung für ähnlich interessierte meine 10 Lieblingsbiografien ohne bestimmte Reihenfolge.

The Founder

Michael Keaton als Ray Kroc, dem Mann, der sich das Konzept und den Namen der McDonald-Brüder unter den Nagel gerissen und damit Millionen gescheffelt hat. Kroc als Vertriebler durch und durch hat sich zunächst mit eingebracht und wollte dann entgegen des Willens der eigentlichen Gründer weiter expandieren und hat verschiedene Vertragskniffe benutzt, um die Namensgeber aus dem geschäft zu drängen. Am Ende durften sie nicht mal mehr ihren eigenen Namen verwenden.
Den Film habe ich im Kino leider verpasst und erst kürzlich bei Prime gesehen (oder war es Netflix? Ich kann mir das nie merken…) und fand es einfach faszinierend, welch skrupellose aber auch ideenreiche geschichte hinter dem großen Fast Food Franchise steckt, das heute in aller Welt bekannt ist. Immerhin sind die McDonald-Brüder für damalige Verhältnisse recht gut ausbezahlt worden und standen nicht am Ende ruiniert und mit leeren Händen da, wie so manch anderer Erfinder, der seine Idee für nen Appel und n Ei abgegeben hat und dann mit zusehen konnte wie sie die Welt revolutioniert hat. Dabei ist Kroc mit seiner Idee sogar fast gescheitert, bis ihm jemand anderes die Lösung für sein Problem geliefert hat. Alles in allem sehr sehenswert!

Die Silicon Valley Story

Für mich der schönste Film zur Gründung von Apple mit dem besten Steve Jobs, Noah Wyle. Hier ging es wirklich um die Anfänge, das abgebrochene Studium, die Zeit vor dem ersten von Steve Wozniak gebauten Heimcomputer und das familiäre Drumherum. Man sieht Steve Jobs privater und seine Beziehung zu Bill Gates spielt ebenfalls eine stärkere Rolle als in den späteren Verfilmungen. Insgesamt wird auch der Gründung von Microsoft und der Entwicklung des ersten Betriebssystems Beachtung geschenkt und es wird gezeigt, wie sich die Wege der beiden Firmen immer wieder kreuzten. Von den Anfängen, dem „Verrat“, bis hin zur späteren Zusammenarbeit. Steve Jobs ist hier zwar das Zentrale Thema, doch man erfährt trotzdem noch wesentlich mehr über die Zeit und die gesamte technische Entwicklung. Der Film beleuchtet, wie es dazu kam, dass jeder einen PC zu Hause hat, egal ob mit MacOS oder Windows und das man doch eng verwobene gemeinsame Wurzeln hat. Es handelt sich zwar hier nicht um einen teuren Blockbuster, sondern um eine schon betagtere Fernsehproduktion, doch das macht den Film nicht weniger gut.

Social Network

Mark Zuckerberg fand den Film nicht so super und man weiß nicht so genau, was da jetzt alles stimmt, aber machen wir uns nichts vor: Der Typ hat alles ausgebootet und hintergangen was ihm so über den Weg gelaufen ist. Ich fand Jesse Eisenberg als Zuckerberg gut besetzt, denn er brachte das kalte, sozial inkompetente gut rüber. Justin Timerblake als Napster Gründer Sean Parker war aber eher etwas drüber. Der Weg vom Hot or Not System für College Girls zur allmächtigen Datenkrake war jedenfalls spannend mit anzusehen. Leute mit einer gemeinsamen Idee, die dann aber irgendwie auseinanderdrifteten und dann noch rausgedrängt und über den Tisch gezogen wurden. Echt unschön, Mark! In jedem Fall eine interessante Geschichte und ein ebenso interessanter Film.

Bohemian Rhapsody

Rami Malek als Freddy Mercury, der Frontmann von Queen. Eigentlich brauche ich hier gar nicht mehr dazu zu schreiben. Der Film hat vier Oscars bekommen und das absolut verdient. Das Queen Biopic ist wirklich fantastisch, gerade wenn man die Musik der Band mag. Man sieht das erste Treffen zwischen Freddy Mercury, damals noch als Farrokh Bulsara, und Brian May und Roger Taylor, die einen neuen Sänger brauchten. Die epischen Aufnahmen des namengebenden Songs Bohemian Rhapsody und dem dazugehörigen Album A Night at the Opera und die Schwierigkeiten danach, bis hin zum Auftritt beim Live Aid Konzert. Ganz wunderbar auch eine kleine Referenz an Wayne’s World, dem Film, der Bohemian Rhapsody wieder in die Köpfe und die Charts gerufen hat. Mike Myers spielt nämlich den ersten Produzenten von Queen, Ray Foster, der sagte, dass niemand je zu diesem Song rocken wird. An der Stelle habe ich sehr gelacht, an anderen war ich wirklich ergriffen. Insgesamt ist dieser Film eine wirkliche emotionale Achterbahn. Großartig.

Eddie the Eagle

Wenn ihr alt genug seid, dass ihr was von den olympischen Winterspielen in Calgary etwas mitbekommen habt, das war 1988, dann habt ihr vermutlich auch schon etwas von Eddie Edwards gehört, dem englischen Skispringer, der den Spitznamen „The Eagle“ bekam, weil er nicht gerade gut in seinem Sport war. Dennoch wurde er ziemlich gefeiert, aber von vielen auch ausgelacht und bedauert. Der Film zeigt seinen Weg zu den olympischen Spielen sehr charmant. Taron Egerton, den man als den geschickten Eggsy aus den Kingsmen Filmen kennt, spielt den sehr bemühten, aber recht talentfreien Eddie sehr liebenswürdig und ist dabei auch wahnsinnig wandlungsfähig. Der Weg vom träumenden Kind bis hin zum olympischen Skispringer, der seinen Erfolg einfach nur seiner Beharrlichkeit und der Tatsache zu verdanken hat, dass England kein Skispringteam hat, wird in schönen Bildern erzählt und man fiebert mit Eddie mit, obwohl man ja schon weiß, wie es ausgeht. Wirklich klasse und der ein oder andere Lacher war ebenfalls dabei. Mit Cool Runnings, dem Film über die jamaikanische Bobmannschaft, hat die Olympiade in Calgary sogar noch eine weitere unglaubliche Geschichte hervorgebracht.

Der Stoff aus dem die Helden sind

Noch etwas weiter in die Vergangenheit geht es mit diesem Film, der die Anfänge der amerikanischen Raumfahrt zeigt. Während Testpilot Chuck Yaeger immer neue Überschallrekorde mit seinen Jets aufstellt, zieht es andere noch weiter hinauf in den Himmel. Legendäre Namen wie Alan Shepard, John Glenn oder Gus Grissom, haben zwischen 1958 und 1963 am Mercury Raumfahrtprogramm teilgenommen und wurden als erste Amerikaner mit einer Raumkapsel in die Erdumlaufbahn gebracht, um den blauen Planeten zu umrunden, bevor es wieder zurückging. Der Film zeigt das Programm vom Auswahlverfahren, bis zur Beendung des Programmes und man sieht, mit welchen Problemen die NASA damals zu kämpfen hatte und welchen Gefahren die Astronauten ausgesetzt waren. Mit Scott Glenn, Dennis Quaid, Ed Harris und weiteren bekannten Schauspielern, gibt es auch eine tollen Cast zu dieser spannenden Geschichte. Ein Film, den ich mit immer wieder anschauen kann, auch wenn er stellenweise natürlich sehr patriotisch wird.

Rocketman

Ganz ohne Raketen kommt die Filmbiografie von Sir Elton John aus. Beim ersten Schauen im Kino haben mich die Gesangseinlagen ein wenig genervt, ein Punkt, in dem sich der Film von Bohemian Rhapsody sehr unterschied und damit schon Musicalzüge hatte. Mit etwas Abstand hat sich das aber immer mehr gelegt und der Film hat seine Wirkung immer besser entfaltet. Mit Taron Egerton, der sich wieder wahnsinnig wandelbar zeigt, erfahren wir viel über Elton Johns Jugend bis hin zu seinem Comeback in den 80ern, als er an einem positiven Wendepunkt stand. Besonders beeindruckend ist, dass Egerton alles selbst gesungen hat. Toller Film, auch wenn man vielleicht nicht unbedingt Fan der Music ist, erfährt man einiges über den Star aus England. Einen ausführlicheren Review ohne Spoiler gibt es im Blog schon.

A beautiful Mind

Ron Howards Film über den genialen Mathematiker John Nash, der für die amerikanische Regierung russische Geheimcodes entschlüsselt hat, ist ein wahnsinns Drama mit einem fantastischen Russell Crowe in der Hauptrolle. Wir erleben Nashs genialen Verstand, der immer mehr verfällt, bis der unter Schizophrenie leidende Wissenschaftler völlig abstürzt. Durch seine psychische Störung wirkt er auf andere zunächst arrogant, findet aber dennoch Freunde unter den Mitstudierenden. Selbst eine Beziehung ergibt sich trotz seiner Eigenheiten, die aber durch die voranschreitende Krankheit schwer belastet wird. Er bekommt Wahnvorstellungen und kommt in psychiatrische Behandlung. Als Zuschauer leidet man beinahe mit, in diesem toll gespielten Drama, mit einigen wirklich ergreifenden Momenten. Zum Glück braucht man keine Kenntnisse in der höheren Mathematik, um den Film zu genießen.

Tolkien

Ich habe mich wahnsinnig geärgert, als der Film hier im Kino gar nicht lief und in einem anderen nur eine Woche. Deshalb musste ich leider auf den Blu-ray Start warten, habe dann aber sofort zugeschlagen. Jeder kennt die Herr der Ringe und Hobbit Filme von Peter Jackson und weiß zumindest, dass es dazu auch Bücher gibt. Bücher, die das ganze Fantasygenre maßgeblich geprägt haben. Aber wer weiß schon etwas über den Mann dahinter. Der Film zeigt J.R.R. Tolkiens jungen Jahre, seine Schul- und Studienzeit und seinen Dienst im Ersten Weltkrieg. Von seiner Mutter hat er Alt-Englisch gelernt und war ein unglaublich sprachbegeisterter junger Mann, der bereits früh eigene Sprachen entwickelt hat und sich für detaillierte Geschichten interessierte. Man erfährt, wie seine Freunde seine Geschichten geprägt haben und er von allen ermutigt wurde, seine Gedanken auf Papier zu bringen, was allerdings erst am Ende des Filmes passiert, wenn er den ersten Satz aus dem Hobbit niederschreibt. Dabei hatte er keine leichte Kindheit und musste sich alles hart erarbeiten, bis hin zum Schrecken des Krieges. All diese Erfahrungen sind auch in seine Bücher eingeflossen. Ein sehr schön gemachter, ruhiger Film über Freundschaft und Geschichten, mit Nicholas Hoult als jungem Schriftsteller.

Walk the Line

Auch wenn Joaquin Phoenix momentan noch als der Joker in aller Munde ist, hat er auch schon früher gezeigt, dass er ein großartiger Schauspieler ist. In Walk the Line spielt er eine wahre Musiklegende: Johnny Cash, der Blues und und Country lange Zeit stark geprägt hat und ein Garant für Hits war. Im Film sehen wir seine Anfänge von 1944 bis 1968, inklusive dem legendären Auftritt im Folsom Prison. Joaquin Phoenix als Johnny Cash und Reese Witherspoon als seine Frau June Carter liefern eine großartige Performance in diesem mehr als interessanten Film, der die Höhen und Tiefen der damaligen Zeit beleuchtet. Natürlich gibt es auch Cameos von Elvis Presley und anderen bekannten Stars der damaligen Zeit. Auch wenn man kein Countryfan ist, hat man sicher schon einige Songs von Johnny Cash gehört und mag sicher auch den ein oder anderen und sei es auch einer seiner Coversongs, bei denen er selbst nicht davor zurückscheute, Lieder von den Nine Inch Nails zu covern. Auch wenn der Film nicht so weit geht, zeigt er einige wirklich interessante Episoden aus dem Leben des Man in Black.

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