John Wick: Kapitel 3 – spoilerfreie Filmreview

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Ich war am letzten Wochenende im heiß erwarteten dritten Teil von John Wick. Der Trailer und die beiden vorhergegangenen Filme versprachen viel Action und einen präzise mordenden Keanu Reeves, als Profikiller, den alle fürchten. Und Action gab es reichlich.

Die Story

Am Ende von Teil zwei hat John Wick seinen Gegner Santino D’Antonio im Continental Hotel erschossen und wurde daraufhin von der großen Killergilde exkommuniziert. Er hat eine Stunde Vorsprung und an genau dieser Stelle setzt Teil drei wieder an. Wick ist auf der Flucht und die ganze Stadt ist ihm auf den Fersen, denn es ist eine Menge Geld, zunächst 7 Millionen Dollar, auf seinen Kopf ausgesetzt und das Geld kann sicher jeder gut gebrauchen. Während er sich nun den Film über mit immer zahlreicher werdenden Gegnern herumschlägt, werden von der Assassinen Gilde diejenigen bestraft, die ihm geholfen haben, ob Hotelbetreiber Winston, der ihm die Stunde Vorsprung beschafft hat oder der König der Bowery, der ihm die Waffe gab, mit der er D’Antonio erledigt hat. Jeder wird von einer Richterin der Gilde ins Visir genommen. Wie kommt John Wick aus der Situation wieder heraus? Er macht es seinen Jägern jedenfalls nicht leicht.

Der Film knüpft nahtlos an den letzten Teil an und beginnt auch in gewohnter Manier. Keanu Reeves schlägt sich durch die Stadt, bis der Countdown abgelaufen ist und dann geht es richtig los. Alles beginnt mit einigen wirklich verrückten Kämpfen und seine Gegner werden teilweise wirklich kreativ aus dem Weg geräumt. Zunächst sind es einzelne Killer, dann kleine Gruppen. Alles kein Problem für den schwarzen Mann oder Baba Jaga, wie er auch genannt wird. Bis dahin unterhält mich der Film auch noch wirklich gut und es gibt einige witzige Zusammentreffen. Ab der zweiten Hälfte entgleitet der Film jedoch und es wird nur noch eine lange Headshotparade mit Fluten von Gegnern, die gar keinen Raum mehr für Pausen lässt. Die Kampfszenen sind zwar gut durchchoreographiert und gestyled, aber es wird nur noch von Schuß zu Schuß gehetzt und John Wick ist auf seiner Killingspree.

Dazu kommen kurze Auftritte von Jerome Flynn, der hier anscheinend seinen in Game of Thrones angetretenen Job als Meister der Münze fortsetzt und Halle Berry, die wohl mal etwas mit Wick zu tun hatte und in seiner Schuld steht. Beide Figuren bleiben aber flach und farblos. Schlimmer getroffen hat es den alten Martial Arts Star Mark Dacascos, der den überlegen wirkenden Hauptgegner spielt. Zunächst ebenfalls abgebrühter Killer mit einer geisterhaften Ninjatruppe an seiner Seite, der schlichtweg noch schneller metzelt als John „Fucking“ Wick, aber ab dem Zeitpunkt an dem er auf die Legende trifft, einfach nur noch hart fangirlt und ins Lächerliche abdriftet.

Fazit

Der erste Teil der John Wick Saga war wirklich fantastisch und hat mich begeistert. Es war ein schöner Rachefilm mit Einer gegen Alle Thematik, die gut funktioniert hat und tolle Action bot, aber auch mal ruhigere Momente. Teil zwei war da schon flacher und hatte die Story bereits stark reduziert und mehr Fokus auf die Kämpfe gelegt. Kapitel 3 ist allerdings nur noch eine Kampf- und Tötungsorgie, die zwar gut und kreativ begann, dann aber ins bedeutungslose abdriftet und nur noch absurd wirkt. Es wird nur noch ein Kampf an den nächsten gereiht, manchmal gibt es auch mehrere gleichzeitig und Figuren wie Mark Dacascos als Zero oder die Richterin wirken blass und gehen in der Masse der Gegner einfach nur unter. Oder wirken einfach nur noch lächerlich. Für mich hat der Film leider endgültig den Bogen überspannt und es war selbst mir zu viel Action. Alles technisch einwandfrei gemacht und die Kämpfe an sich sind auch gewohnt gut gestaltet, aber es fehlt dem Film die Seele und der Sinn. Es wäre gut gewesen, die Reihe nach dem zweiten Teil zu beenden, aber es ist bereits Kapitel 4 angekündigt. Schade.

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